Chemnitz beweist Mut zur Lücke

Plakat 4Die Abrissproblematik wird gut verständlich im Monitor-Beitrag vom 14.05.2009 erläutert. Die GGG hat neben Betonplatten auch eine Menge Schulden aus DDR-Zeiten übernommen. Als gewinnorientierte Gesellschaft nutzt sie diverse Fördermöglichkeiten zur Sanierung der Platte, zum Füllen der Platte mit umgesiedelten Mietern der Gründerzeithäuser und zum Abriss der leer gezogenen Häuser zum Zwecke der Schuldentilgung aus. Das mag sich alles noch im rechtlichen Rahmen bewegen, auch wenn es vom Gesetzgeber sicher nicht so angedacht war.

Jede Geschäftstätigkeit hat aber auch eine moralische Komponente und beim Abriss des historischen Erbes ist der Bogen eindeutig überspannt. Wenn der Aufsichtsrat der GGG und die Eignerin diesem Treiben zuschauen, laden sie ebenfalls diese moralische Schuld auf sich.

Wieso diese Zusammenhänge von der GGG oder der Stadt nicht kommuniziert werden und stattdessen erst der Westdeutsche Rundfunk, die Welt und artour deutschlandweit darauf aufmerksam machen müssen, wirft ein bezeichnendes Bild auf die in Chemnitz praktizierte Öffentlichkeitsbeteiligung.

Unser Lösungsvorschlag (weitere sind erwünscht):
Seitens GGG besteht kein wirkliches Interesse an Gebrauchsüberlassungsmodellen, Wächterhäusern oder Szenevierteln, wenn auf der anderen Seite Fördermillionen locken. Ein sinnvoller Ausweg ist  der Kauf der gefährdeten Immobilien durch die Stadt und die Nutzung als Wächterhäuser, um den Werteverfall zu stoppen. Interessenten finden sich sicher genug, wenn die Öffentlichkeit zielgruppengerecht informiert wird (nicht jeder bekommt das Amtsblatt oder spricht fließend Amtsdeutsch). Den Kaufpreis bekommt die GGG, deren alleinige Eignerin wiederum die Stadt ist. Die Abrissfördermittel müssen freilich der Moral geopfert werden, wobei sich für den Erhalt denkmalgeschützter Objekte auch andere Finanzierungsquellen auftun lassen.

28 Antworten zu “Chemnitz beweist Mut zur Lücke”

  1. easter the cat sagt:

    Es ist wirklich schlimm und eine große Sauerei wie die GGG mit unserer Stadt umgeht. Dieser Wahnsinn muss aufhören und jemand muss diesen versnobten Immobilienhaien mal einhalt gebieten!!!!!
    Man in dieser Stadt läuft so viel schief, Chemnitz tut mir einfach nur noch leid!

  2. C.F. sagt:

    Mit Frau Wesseler als oberster Chefin der Abteilung Denkmalschutz, die gleichzeitig im Aufsichtsrat der GGG die Abrisse duldet, wird doch wohl der Bock zum Gärtner gemacht. Und auch Aufsichtsratsmitglied Herr Kohlmann scheint es mit dem historischen Erbe nicht besonders ernst zu meinen.

  3. monstera sagt:

    warum nicht die GGG verkaufen? sie handelt ohnehin wie ein nur gewinnorientiertes unternehmen
    bei einem verkauf hätte die stadt einen batzen schulden weniger und private eigentümer der häuser würde sich mehr einfallen als abriss

  4. Hallo,

    es wäre schön, wenn ihr mal den ExKa e.V. kontaktieren würdet. Vielleicht kann mensch ja in irgendeiner Weise zusammenarbeiten.

    Sorry, dass ich das hier als Kommentar reinposte, aber eine andere Kontaktmöglichkeit gibt es anscheinend nicht.

    Beste Grüße

    • K. sagt:

      schade, dass diese aufforderung nur an die macher dieser seite gerichtet ist, es gibt hier so viele interessante gedanken und anregungen, dass eigentlich alle dazu aufgefordert werden sollten, sich bei euch zumelden
      und nochmal, danke an die macher dieser seite und kampagne

  5. Jack sagt:

    Also dann los >> heute (03.06.) gegen 14.00 vorm Rathaus!

    Kommt doch einfach alle mit!

  6. Fredl sagt:

    sch…, muß arbeiten

  7. humpel sagt:

    wenn man heute als ehemaliger chemnitzer über den hauptbahnhof in der “stadt” chemnitz ankommt, steht man auf einem toten, deprimierenden, menschenleeren platz. dort, wo eine stadt historisch urbanität und verdichtung haben sollte, gähnen in chemnitz baulücken und gedeiht unkraut in hülle und fülle.
    es fehlt nicht an architekten und städteplanern oder inverstoren, es fehlt und das sage ich KLAR UND DEUTLICH an verstand im rathaus und unter den abgeordenten. was 40 jahre ddr nicht geschafft haben, schaffen 20 jahre marktwirtschaft-blühende landschaften sage ich da nur…
    dafür dürfen sich bundesdeutsche zweit- und drittligisten-politiker wie brehm und co. in chemnitz verwirklichen - auf kosten des gesichtes und charakters der stadt !

  8. nestman sagt:

    Hi Leute,

    >>…Kauf der gefährdeten Immobilien durch die Stadt und die Nutzung >> als Wächterhäuser…

    es gibt doch schon ein Projekt, das genau diesen Ansatz verfolgt:
    http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/seiten/waechter.html

    >>Interessenten finden sich sicher genug, wenn die Öffentlichkeit >>zielgruppengerecht informiert wird

    Vielleicht liest ja die Zielgruppe mit…

    • Chemnitzer sagt:

      Auf der Stadtwohnen-Seite wird leider nicht so richtig deutlich, wer hinter der ganzen Aktion steht.

      Als Ansprechpartner steht da die Stadtumbau GmbH, die den hiesigen Wohnungsbaugesellschaften (u.a. GGG) gehört.

      http://www.schrumpfende-stadt.de/magazin/0503/5Stillger.htm

      http://www.stadtumbau-ost.info/index.php?request=/praxis/detail.php?id=5

      Das sieht nicht unbedingt unabhängig aus, aber vielleicht kann das nestman aufklären.

    • GGG Chemnitz sagt:

      Hallo “nestman”,

      vielen Dank für den Link zum Verein StadtWohnen-Chemnitz.

      Nur zur Info für die die es interessiert: 50 Prozent des Gebäudepools werden seit ca. 2 Jahren durch die GGG gestellt. Leider gibt es auf die Objekte so gut wie keine Resonanz.

      Also wer ein Objekt zur individuellen Nutzung ERNSTHAFT sucht, ist bei StadtWohnen-Chemnitz genau richtig.

      Die GGG unterstützt den Verein und Nutzer gern.

      • interessent sagt:

        Ich hatte mich schon mal gewundert, als ich vor paar Monaten hörte, es gäbe in Chemnitz mehrere Wächterhäuser im Angebot, aber keine Nachfrage. Nun habe ich mir die Seite des Vereins (der wohl unmittelbar von der Stadt oder GGG gesteuert wird?) angesehen, dann noch mal mit meinen Leipziger Erfahrungen und vorsichtshalber nochmals auch mit der Seite http://www.haushalten.org verglichen, um da nichts falsches zu behaupten. Aber was da in Chemnitz als “Wächterhaus” angeboten wird, hat mit dem Leipziger Modell gar nichts zu tun! Dort ist das Prinzip so (nachzulesen unter angegebener Adresse): Der Eigentümer stellt die Medienanschlüsse her und tut alles ansonsten Nötige, um eine Nutzung zu Minimalstandards zu gewährleisten. Die Nutzer, zumeist mit gemeinnützigem Anliegen, zahlen nur die Betriebskosten, aber keine Miete. Dafür übernehmen sie die Sicherung und provisorische Instandhaltung des Gebäudes.
        Davon unterscheiden sich die Chemnitzeer Angebote ganz gewaltig. Nun mag es zwar auch ein sinnvolles Anliegen sein, Wohngemeinschaften für die gemeinsame Sanierung eines leeren Hauses zu gewinnen. Das hat aber nichts mit dem Leipziger Wächterhausmodell zu tun!. Darum eine Bitte an GGG und Stadtverwaltung: Behaupten Sie bitte nicht nochmals in der Öffentlichkeit, es gäbe in Chemnitz etliche Wächterhäuser im Angebot, und keiner will sie haben.

  9. Petra sagt:

    http://www.stadtwohnen-chemnitz.de ist übrigens auf einen Herrn René Deschner registriert, der gleichzeitig als Chef der Stadtumbau GmbH die Abrisse wohl ganz einleuchtend findet: http://www.stadtstreicher.de/Heft/Archiv/24306/

    • Conny sagt:

      HaHaHa, lustig!

    • Heinz sagt:

      Für die Sache selbst sind aber Wächterhäuser durchweg positiv zu sehen. Es ist natürlich nicht egal wer dahinter steckt, aber auch nicht das Wichtigste meiner Meinung nach. Aber die ganze Vetternwirtschaft in der Stadt stinkt echt zum Himmel!

    • nestman sagt:

      Im Stadstreicher-Artikel sind sehr schön die politischen
      Fehlenscheidungen (mit Folgen für die Stadtentwicklung) seit der Wende heraus gearbeitet worden:
      - Umwandlung der staatlichen Kredite der DDR in Altschulden (zzgl. 10% Verzinsung)
      (daher kommt wahscheinlich auch der hohe Rationalisierungsbedarf bei den kommunalen Vermietern)
      - Sonderabschreibung Ost
      (keine Ahnung was ohne dieses Instrument passiert wäre, jedenfalls war es staatlich geförderter Neubau, der den vorhandenen, sanierungsbedürftigen Wohnraum unattraktiv machte)
      - Eigenheimzulage (ok - die gab es auch für Sanierung selbst genutzten Wohneigentums im Bestand aber haupsächlich hat sie doch Zersiedlung bewirkt)
      Und immer noch werden ständig neue Siedlungsgebiete am Stadtrand genehmigt und erschlossen…

      Ich finde es schade, dass ausgerechnet Hr. Deschner von der Stadtumbau GmbH auf dem Standpunkt steht, dass leer stehende Altimmobilien nicht kostengünstig(los) an Interessenten abgegeben werden können.
      Das Argument, so etwas würde den Boden-Richtwert in den Keller ziehen zählt nicht, da dieser m.E. sowieso fiktiv und für Chemnitz generell viel zu hoch festgelegt ist.
      (Wer bezahlt schon 95 Euro/m2 für eine Hundekackwiese auf dem Sonnenberg?)

      Trotzdem bin ich der Meinung, dass es für Menschen die sich zusammen tun wollen, um eine alte Hütte zu sanieren, viel Unterstützung gibt.
      Günstiger Kfw-Kredit (naja), bis zu 30% Förderung von der Westsächsischen Gesellschaft für Stadterneuerung (wgs-sachsen.de).

      Bei dem ExKa Projekt bin ich etwas skeptisch - wer weiß schon wohin sie das Weltecho wieder vertreiben.
      Das ist doch meiner Meinung nach der Magnet für dieses Gebiet?!

      Wat solls! Vernetzen -> Interessen bündeln -> Missstände aufdecken -> Druck machen…

  10. M. sagt:

    Die Schwerpunkte, welche die GGG bei der Sanierung setzt, sind übrigens hier zu bewundern http://www.ggg.de/index.php?id=183

  11. icke sagt:

    Es ist ja wohl die Höhe, dass man die Originalplakate von der Stadt-Seite nicht mal in einer Auflösung bekommt, dass man den Text noch lesen könnte.
    Da ist das hier umso vorbildlicher!!

  12. Isaj Davidowitsch Berg sagt:

    Im Planet der Affen hatte man Affen zu intelligenten Arbeitssklaven hochgezüchtet, diese Rolle übernimmt in der BRD der Manager und Politiker der gemeine Deutsche, vornehmlich sogenannter Ossi, der entsprechend geistig kastriert wird, sozusagen abwärtskompatibel zum Nutztier gemacht wird, einziger Daseinszweck: Rendite abwerfen! Dazu bedarf es beispielsweise einer tristen Umgebung, wie man es von der Käfighaltung kennt, welche jeden Gedanken an ein selbstbewußtes Kulturvolk sofort verwerfen läßt, dies zu schaffen ist die Aufgabe willigster Vollstrecker wie der GGG per Stadtumbau! In München ist das übrigens ein Pornoladen: GGG-Film!

  13. robert ascius sagt:
    28. Juni 2009 um 04:10

    hier ein paar zuträgliche Links zum Thema Brühl:
    BrühlBronxBoulevard rulezzzz!!!!

    GGG_Vorstand während Diskussion im Brühler Delicate + BABALU (Die 3Sätze zur Begrüßung von Frau Seifert GGG !!!unbedingt anhören!!!)

    http://www.megaupload.com/?d=I5GCCZ4P

    Szeneladen Besitzer der RoBoutique zieht aus Chemnitz (Brühl) weg.

    http://www.megaupload.com/?d=G05DV2KF

    Grüße der Robert

  14. Fredl sagt:

    hallo zusammen, hallo allen die hier wohnen, leben und arbeiten, auch hallo denen die nur interesse an chemnitz zeigen.

    wenn ich ab und an durch unser chemnitz fahre und ich sehe die vielen lücken, werd ich traurig.
    wenn ich dann aber sehe wie das GRÜN an und in jeder ecke spriest, und die natur sich wieder holt was die menschen ihr genommen haben, dann bin ich mir sicher, in spätestens 10 jahren kann man nur noch mit der machete in diese stadt, dann geht es den chmnitzern wie den maja´s, wir werden aussterben und die reste der city werden vom urwald überwuchert.

    und schon bin ich beim thema, daß währe doch ein slogen für die letzten paar jahre dieser stadt:

    “STADT IM GRÜNEN” oder “DIE GRÜNE STADT”.

    die grünen würden sich freuen, sie hätten eine eigene stadt ;-). die CO2 bilanz wird die beste in deutschland sein und wir könnten mit CO2 handel treiben…
    … geht ja nicht, wohnt ja keiner mehr hier.

    also wir müssen was dagegen tun. das rathaus bekommt´s nicht hin, die sind zusehr mit sich selbst beschäftigt.

    macht vorschläge!

    - mein vorschlag: jeder der vom amt geld bekommt muß täglich eine stunde die stadt pflegen! (straße kehren, unkraut zupfen usw.) und wenn er das nur vor seiner haustür macht ist die stadt ratz, fatz wieder sauber!

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