Frieden auf dem Chemnitzer Brühl Boulevard

Plakat 2Die Stadt schlägt im SEKo als Maßnahme vor: „Erhalt und Aufwertung der geschlossenen, gründerzeitlichen Quartiersstruktur und Stärkung der Wohnfunktion sowie Entwicklung einer lageadäquaten Gewerbenutzung in den zu stabilisierenden Quartieren beidseitig des Brühl-Boulevards.“ Da kann man neben tausend anderen Dingen auch eine GGG-Luxussanierung hineininterpretieren, was sich mit den ebenfalls im SEKo geforderten „Gebrauchsüberlassungsmodellen“ nicht sonderlich gut verträgt. Man will sich hier wohl alle Möglichkeiten offenhalten. Die GGG selbst wird da schon konkreter. Laut Aussage des damaligen (2007) GGG-Pressesprechers Reisz, will man auf keinen Fall ein „zweites Connewitz“, da man zu viele „Randale“ befürchtet. Der neuerdings seitens GGG für den Brühl Verantwortliche Rocco Brüsch erklärte im Interview  mit der Freien Presse Ende März 2009 „Wir haben einen Leerstand von 30.000 Wohnungen in Chemnitz. Eine Wiederbelebung des Brühls wäre lediglich eine Umverteilung von Mietern innerhalb der Stadt.“ Bei der letzten Brühl-Diskussionsrunde am 16. März 2009 mit ca. 30 Mietinteressenten und unserer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig wurde seitens GGG-Vertreterin Ursula Seifert von Konzepten für das erste Karree gefaselt ohne konkrete Details zu verraten (bzw. verraten zu können/wollen). Vielleicht steht man wieder mal oder immer noch in „Verhandlungen mit Investoren“ und kann deshalb die Gebäude beim besten Willen nicht an reale Interessenten vermieten.

Unser Lösungsvorschlag (weitere sind erwünscht):
Die Möglichkeit des Haltens von kreativen Leuten in der Stadt bzw. mögliche Zuzüge in ein Szeneviertel von außerhalb blendet die GGG in ihren eingeschränkten Betrachtungen anscheinend komplett aus. Ein Blick nach Dresden Neustadt und Leipzig Connewitz zeigt funktionierende Lösungen, auch wenn uns klar ist, dass die Ausgangssituation nicht dieselbe ist. Eine Bereitstellung von günstigem Wohn- und Gewerberaum in einem potentiellen Szeneviertel zieht auch die Ansiedlung von zahlungskräftigeren Mietern nach sich, so dass sich eine schrittweise Sanierung der Gebäude durchaus lohnen sollte.

Wir schlagen eine von der GGG und anderen Interessengruppen unabhängige, gemeinnützige Projektentwicklungsgesellschaft (d.h. ohne GGGewinnerzielungsabsicht) vor, welche den Interessenten die schrittweise Nutzbarmachung und den Bezug der Gebäude ermöglicht, sei es durch Eigenleistung oder durch kreative Minimalsanierung.
Basisleistungen, wie z.B. ein funktionsfähiger Wasser-, Abwasser- und Stromanschluss müssen von der Stadt bereitgestellt bzw. einfach wieder in Betrieb genommen werden. Vandalismusschäden wie eingeschlagenen Schaufensterscheiben können durch bewohnte Häusern und genutzte Läden weitestgehend verringert und damit Kosten gespart werden. Eine konsequent umgesetzte Projektentwicklung wäre auch für die privaten Hauseigentümer auf dem Brühl und (kleinere) Investoren ein wichtiges Signal, was mittelfristig einen Dammbruch bei den privaten Investitionen auslösen würde. Falls das Risiko für die GGG untragbar ist, kann immer noch ein Kauf der Gebäude durch die Stadt erfolgen, s. der Artikel „Chemnitz beweist Mut zur Lücke“.

14 Antworten zu “Frieden auf dem Chemnitzer Brühl Boulevard”

  1. Rico sagt:

    Es ist mir unverständlich, warum man die einstige Vorzeile-Flaniermeile von Chemnitz seit 20 Jahren im Dornröschenschlaf liegt. Der Prinz kommt in absehbarer Zeit nicht, da müsst ihr selber ran.

  2. K. sagt:

    ich glaube ja, weil die innenstadt belebt werden sollte, war kein geld mehr da und kein interesse, um den brühl, der ja ca. 1km von der innenstadt entfernt liegt, wieder zubeleben. jetzt wo die innenstadt mit schlüpfermarkt und solchen sachen wieder belebt ist zumindest bis 19.00,max.20.00uhr, kann man sich vielleicht auch mal anderen projekten wieder zuwenden.
    auf dem brühl geht auf jeden fall ein geist durch…

  3. maximus sagt:

    … nun werden wir ja sehen ob in diesem jahr wieder die ” brühl begehungen” stattfinden - da können stadt und ggg zeigen was sie wollen bezüglich brühl

  4. Fredl sagt:

    da ist er wieder, der frieden auf dem brühl…
    lt. freie presse von heute 3.6.09 seite 13, fällt das kulturfest überraschend ins “wasser”. ich bin zwar ein “kulturbanause” aber trotzdem schade.

  5. M. sagt:

    Die GGG preist sich auf http://www.ggg.de/index.php?id=24 selbst mit “Mit Projekten wie der Galerie Krahl, dem Bistro delicate oder der Idee der „Brühl-Begehungen“ könnte bereits ein Anfang gemacht sein.”

    Das einzige was es jetzt noch auf dem Brühl gibt, ist das delicate, und dem wird auch das Leben schwergemacht.

  6. Contiloch sagt:

    “Eine Wiederbelebung des Brühls wäre lediglich eine Umverteilung von Mietern innerhalb der Stadt.”

    Warum nur immer Umverteilung der Mieter??? Kommt denn wirklich niemand auf die Idee, dass es auch mal Zuzüge geben könnte? Von jungen Leuten, die zentrumsnah und preiswert außerhalb und nicht in den Rentner-Platten wohnen wollen? Die auch nicht gleich Randale machen? Das spricht schon eine deutliche Sprache!

  7. Contiloch sagt:

    “Eine Wiederbelebung des Brühls wäre lediglich eine Umverteilung von Mietern innerhalb der Stadt.”

    Warum nur immer Umverteilung der Mieter??? Kommt denn wirklich niemand auf die Idee, dass es auch mal Zuzüge geben könnte? Von jungen Leuten, die zentrumsnah und preiswert und nicht in den Rentner-Platten wohnen wollen? Die auch nicht gleich Randale machen? Das spricht schon eine deutliche Sprache!

  8. hier ein paar zuträgliche Links zum Thema Brühl:
    BrühlBronxBoulevard rulezzzz!!!!

    GGG_Vorstand während Diskussion im Brühler Delicate + BABALU (Die 3Sätze zur Begrüßung von Frau Seifert GGG !!!unbedingt anhören!!!)

    http://www.megaupload.com/?d=I5GCCZ4P

    Szeneladen Besitzer der RoBoutique zieht aus Chemnitz (Brühl) weg.

    http://www.megaupload.com/?d=G05DV2KF

    Grüße der Robert

  9. Michael Jungmann sagt:

    Es ist echt eine Sauerrei was dort passiert.Die ganze Zeit reden sie nur von der “Belebung des Brühl” und dann lassen sie keinen rein.Ich bin 21,geborener Chemnitzer,will nach Chemnitz ziehen und auch dort studieren und ich bin Brühlliebhaber,aber wie kann das dann sein,dass man da an keine Wohnung rankommt?Mir ist es doch egal ob die Wohnung saniert ist oder nicht,notfalls mach ich das selbst,aber egal,man kommt da nicht ran…Das ist doch echt eine Verarsche!
    Der Brühl ist echt ein Traum und für mich echt einer der wichtigsten Punkte für die Entscheidung ob ich in Chemnitz studieren will oder nicht,aber mit so einer Handhabung schiebt man dem Zuzug von jungen,kreativen…Leuten einfach einen Riegel vor….Echt traurig….

  10. Michael Jungmann sagt:

    Es ist eigentlich echt schade,dass das sogenannte “Hausbesetzen” in Deutschland verboten ist…

    • onkel sagt:

      also wenn das bedürfniss groß ist und jemand dringend auf den brühl will
      sollte er einfach mit gleichgesinnten besetzen
      die ggg hätte ein echtes problem den bürgern zu erklären wieso eine hausbesetzung schlecht und strafbar ist wo doch auf dem brühl seit ca.20 jahren keine entwicklung passiert

      also interessenten zusammentrommeln und ein haus auf dem brühl besetzen !
      ( die zeit ist günstig )

  11. Lokalpatriot sagt:

    Frieden und Ruhe kehrt langsam aber sich auch ins Chemnitzer Sportforum ein. Früher einmal eine Stätte hochklassigen Sports, heutzutage ein artenreicher Biotop und Mahnmal für jahrelanges Nichtstun:

    http://www.flickr.com/photos/jackcfc/sets/72157621960251534

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